Aber zum Anfang!:D
Losgehen sollte es um 13:30h in Cascavel am Busbahnhof. Nach und nach trudelten immer mehr Austauschschüler aus Cascavel und Umgebung ein und alle waren aufgeregt auf das Wochenende und wollten endlich in den Bus zu den anderen Austauschschülern steigen!
Der kam aber nicht! Nach einer halben Stunde warten kam eine Frau die sich auch um den Jugendaustausch von Rotary kümmert. Sie hat alle Namen auf einer Liste abgehakt und uns 10 mal gefragt, ob wir denn auch unseren Reisepass und unseren Blazer eingepackt haben.
Danach meinte sie, wir müssen auf den Bus warten.
Nach einer dreiviertel Stunde riefen die Busfahrer an und fragten, wo wir denn in Cascavel warten würden. Die Frau hat es ihnen ganz genau erklärt. Nach einer weiteren halben Stunde wurden wir wieder angerufen:" Wir sind schon in Cascavel, aber nicht da wo ihr seid! Aber wir fahren jetzt durch die Stadt und sind in spätestens 15 Minuten bei euch!"
Yeah, was haben wir uns gefreut! Tja, leider etwas zu früh. Nach 50 Minuten kam der Bus endlich! Sie hatten noch mitten in Cascavel einen Unfall gebaut.
Aber der Bus hat alle Wartezeit wieder gut gemacht: Doppelstöckig, Sitze mit ganz viel Platz zum Vordermann, sodass man sich fast hinlegen konnte, Ausklappbare Fußlehnen, Kissen, Decken und einen Kühlschrank mit gaaanz viel Gurananà!:)
Nachdem wir alle Austauschschüler im Bus kennengelernt haben, gings los nach Foz do Iguassu. Nach 4 Stunden Fahrt kamen wir im Hotel an. Und das Hotel war der Wahnsinn!! Ich glaube 4 Sterne (können auch 3 oder 5 gewesen sein:D), ein megageiler Pool und so weiter! Ich habe mir mein Zimmer mit Airi aus Japan und Suktantis aus Thailand geteilt.
Die beiden sind echt super süß, können leider kaum Englisch oder Portugiesisch, was das kommunizieren etwas erschwert hat, aber dazu später mehr!
Nachdem wir etwas Zeit hatten, unseren schönen Pool zu bestaunen, uns in unserem Zimmer häuslich einzurichten und zu duschen, sind wir mit dem Bus in ein Restaurant gefahren. Super schick und gaanz viel zu Essen!:D
Während des Essens haben wir uns über die Verschiedenheiten von Brasilien und Deutschland unterhalten, zum Beispiel hat ein deutsches Mädchen versucht Kuchen zu backen, aber keine Küchenwaage gefunden. Ihre Haushälterin hat dann gemeint sie könnten die Personenwaage benutzen!:D
Nach dem Essen gings wieder auf zum Hotel, wo uns verschiedene Personen vorgestellt wurden und danach durften wir gaaanz leise auf unsere Zimmer gehen und schlafen. Nichts mit mitten in die Nacht aufbleiben und Spaß haben.
Schon nachdem wir 2 Stunden in dem Hotel waren haben sich die anderen Hotelgäste beschwert, dass "The people from all over the World" zu laut wären.
Freitag war er dann da - mein Geburtstag!:) Schon morgens beim Frühstück wurde mir gratuliert und mir Geburtstagslieder in verschiedenen Sprachen gesungen.
Nach dem Frühstück gings dann los zum Itaipu Kraftwerk. Das ist das größte Wasserkraftwerk der Welt und versorgt 90% Paraguays mit Strom. Erst haben wir einen Film geguckt und danach sind wir mit dem Bus zu dem Staudamm gefahren.
Dort haben wir dann ca. eine halbe Stunde Fotos mit unseren Fahnen gemacht und danach gings dann auch schon weiter nach Paraguay!
Erst haben wir einen Zwischenstopp in einem Restaurant gemacht um Mittag zu essen. Als alle an ihren Tischen saßen hat ein Mexikaner plötzlich angefangen Happy Birthday zu singen und komplett alle Austauschschüler haben eingestimmt. Das war echt schön. :)
Nach dem Essen gings dann endlich zum Shoppen nach Paraguay. Vorher wurde und schon gesagt, dass wir gut auf unsere Handtaschen aufpassen sollten und Kameras am besten gleich im Bus lassen. Aber vom Shopping war ich schon enttäuscht.
Die Shoppingmall war ungefähr so groß wie die in Toledo, naja vielleicht etwas größer, aber es gab so gut wie nur Elektronikgeschäfte.
Ganze 2 Klamottengeschäfte haben wir gefunden. Dann haben wir uns doch lieber in Abenteuer gestürzt und sind raus auf die Straße und rein in die Straßenläden.
Paraguay ist so, wie man es aus dem Fernsehen kennt von China. Auf der Straße gaaanz viele kleine Geschäfte, gebaut aus Pappe, ständig will jemand einem was andrehen, alle zerren an einem und man muss aufpassen das man nicht von Autos überfahren wird!
Hier wurde mir zum ersten mal richtig bewusst, wie gut es uns in Deutschland doch geht, gegenüber den Menschen in Paraguay und wie egoistisch wir doch sind. Ich meine wir haben ein Haus, richtige Straßen und Bürgersteige, wir haben genug Geld um uns Essen und Trinken zu kaufen und brauchen nicht betteln oder anderen Menschen etwas aufzwingen um überhaupt etwas Geld zu haben. Wir haben alles das man braucht und wir beschweren uns noch!!
Also Paraguay hat mir ganz und gar nicht gut gefallen und dann bevorzuge ich doch lieber unsere Shoppingmall hier in Toledo - auch wenn die teuerer ist!
Zurück im Hotel hatten wir dann 2 Stunden Zeit zum entspannen, bevor es losging ins nächste Restaurant. Und wo kann man am besten entspannen als im Pool? Schnell aufs Zimmer gegangen, Sachen abgestellt, Bikini angezogen und ab in den Pool gehüpft! Es war soo cool!
Ich meine wer fährt schon an seinem 17. Geburtstag nach Paraguay und hüpft danach mit allen Austauschschülern unterm Sternenhimmel in den Pool?
Aber das Highlight sollte noch kommen! Wie gesagt, sind wir danach ins Restaurant gefahren. In ein mega schickes, denn der Governador, der uns auch sein Hotel zur Verfügung gestellt hat:), ist mit uns ausgegangen. Das Restaurant war klein, aber gemütlich, mit einem Live-Saxophonspieler und 1000 Kellnern.
Das Essen war lecker und nach dem Hauptgang warteten alle ganz gespannt auf den Nachtisch. Plötzlich fing der Saxophonspieler an Happy Birthday zu spielen und ein Kellner hat ein kleines Tablett mit einem Schokoküchlein, Vanilleeis, Vanillesoße und einer Kerze in den Raum getragen.
Alle haben Happy Birthday gesungen, danach auf Spanisch, Französisch, Türkisch, Russisch, Deutsch, Polnisch, Taiwanesisch, Phillipinisch, Finnisch, Dänisch und sogar die Japanerin hat auf Japanisch gesungen! :) Das war soooo schön und ich kann sagen, dass es der beste Geburtstag meines Lebens war, und zwar mit Abstand!! :):):)
Samstagmorgen durften wir etwas länger schlafen und wir waren alle ganz enttäuscht als wir aus dem Fenster guckten: Dicke graue Wolken mit der Aussicht auf Regen :( Und dabei wollten wir doch zu den Wasserfällen!!!
Eingepackt in Jacken und unsere Flaggen machten wir uns nach dem Frühstück also auf zu den schönsten Wasserfällen der Welt! :)
Als erstes sind wir mit dem Bus durch den Park gefahren, bis zur ersten Aussichtsplatform! Überall hat man nur woow's und aaah's und how beautiful's gehört!:D
Alle haben 1000 Fotos gemacht und wir haben auch ein Gruppenfoto gemacht, das wir dann hinterher kaufen konnten.:)
Grade als wir dann auf dem Weg zur 2. Aussichtsplatform waren begann es zu Regnen. Und zwar so richtig! Bei der 2. Platform gab es einen kleinen Kiosk wo sich alle untergestellt haben aber klitschnass waren wir trotzdem. Also ich nicht, sondern die anderen:D Ich hatte nämlich so ein cooles Regencape von Marlene bekommen mit den Worten: "ich bin sicher, bei den Wasserfällen wirst du es brauchen!" Und ich bin ihr unendlich dankbar das sie es mir gegeben hat!:)
Nach einer dreiviertel Stunde warten haben wir uns überlegt, dass wir einfach weitergehen, denn aufhören mit regnen würde es eh nichtmehr.
Also mussten wir durch den Rest des Parkes hetzen, durften eigentlich gar nicht stehenbleiben ohne angemeckert zu werden um dann in den Bus zu hüpfen.
Im Programm stand, dass wir eine Macucu Safari hätten machen können. Da fährt man mit einem Boot hinter die Wasserfälle. Doch diese wurde dieses Jahr verboten, da es letztes Jahr einen Unfall mit einem Austauschschüler gegeben hat. Deshalb hat Rotary entschieden, dass wir Austauschschüler die Safari nicht mehr mitmachen dürfen. Das ist zwar schade, aber sicherlich die Richtige Entscheidung, da diese Wasserfälle sehr gefährlich sind!
Nachdem wir im Hotel angekommen sind, hatten wir 2 Stunden Zeit um uns "ausgehfertig" zu machen, das heißt: "dress up with your Blazer!".
Alle haben sich auf die heiße Dusche gefreut, ich habe mein Hose trocken geföhnt, es wurden sich die Fingernägel lackiert usw.
Erst hatten wir eine Präsentation über unsere Touren und danach gings auf zu einer Lateinamerikanischen Tanzshow. Die war echt unglaublich! Jedes Land aus Lateinamrika hat getanzt. Wow:)
Am besten hat mir der Samba gefallen und Capoeira! Ich denke mit Capoeira werde ich hier auch anfangen!:)
Sonntag nach dem Frühstück hieß es dann Abschiednehmen. :( Vor allem fiel es mir schwer mich von meinen beiden Roommates zu verabschieden.
Das Zusammenleben war sicherlich nicht immer leicht, aber auf jeden Fall sehr lustig.:D
Eines Abends fragte mich Suktantis zum Beispiel, ob ich Zahnpasta hätte und ob sie sich die mal ausleihen dürfte. Ich verstand allerdings Zahnbürste und habe gesagt, dass sie sich die natürlich nicht ausleihen dürfte und wie sie denn darauf komme.
Als wir das Missverständnis aufgeklärt haben, war mir das so unendlich unangenehm:D Es gab mehrere dieser Missverständnisse, aber das ist nunmal das, was die verschiedenen Nationen verbindet!
Wir Austauschschüler sind eine Gruppe, es gibt keine Vorurteile, alle sind in der gleichen Situation und will das gleiche erleben, fühlt das gleiche und jeder liebt jeden!;)
Das Tschüsssagen viel uns dementsprechend sehr schwer! Wie gesagt, vor allem bei meinen beiden Roommates, aber auch bei einigen deutschen Mädels und den Mexikanern! Einfach bei allen:D
Ich hab mit ein paar Leuten aus Francisco Beltrao abgemacht, dass ich sie besuchen komme! Und auch nach Clevelândia wurde ich eingeladen! :) Und alle freuen sich schon auf das nächste Treffen, das angeblich in Curitiba stattfinden soll! :)
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